Millésime BIO 2026: Ein Markt im Wandel

Warum sie der unangefochtene globale Marktplatz für 100 % biologisch erzeugte Weine und Spirituosen ist. Qualität vor Quantität: Mein Eindruck von den Hallen: Was mir sofort auffiel, war die angenehme Atmosphäre in den Gängen. Mit insgesamt 8.700 Fachbesuchen gab es zwar einen leichten Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren, doch das war keineswegs ein Zeichen von Schwäche.

Julien Franclet, der Vorsitzende von SudVinBio, erklärte mir, dass die Branche zwar mit „Gegenwind“ wie sinkenden Listungen im Supermarkt zu kämpfen habe , die Messe aber bewusst an ihrer strengen Einlasspolitik für Fachbesucher festhält.

Für mich als Berichterstatter war das Gold wert: Die Gespräche an den einheitlich gestalteten Ständen waren tiefergehender und fokussierter. Besonders hilfreich fand ich die neue Sortierung nach Ländern und Regionen – das hat meine Zeitplanung enorm erleichtert.

Zahlen, die aufhorchen lassen: Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten ist die Größe der Messe beeindruckend geblieben: 1.400 Aussteller aus rund 15 Ländern waren vor Ort.
Besonders spannend: 14 % der Winzer waren zum ersten Mal dabei, was zeigt, dass der Bio-Sektor trotz allem in Bewegung bleibt.

Die Internationalität war greifbar – fast jeder vierte Besucher (22 %) kam aus dem Ausland, insgesamt waren 50 Nationalitäten vertreten. Die Gen Z: Rettung durch Bio?

Ein echtes Highlight war für mich die Masterclass von Xavier Thuizat (Frankreichs bester Sommelier 2022). Er sprach über ein Thema, das uns alle umtreibt: Wie erreichen wir die jungen Trinker?

Die präsentierten Daten der Millésime BIO-ObSoCo-Studie sind faszinierend: Die 18- bis 34-Jährigen machen zwar 28 % der Bevölkerung aus und stellen gleichzeitig viele Nicht-Weintrinker (36 %). Aber – und hier wird es spannend – beim Bio-Wein über-indexieren sie mit 31 %.

Bio scheint also die Brücke zu sein, um die nächste Generation überhaupt noch für den Weinbau zu begeistern.

Was mich in diesem Jahr besonders beeindruckt hat, ist die Erweiterung des Horizonts. Die Millésime BIO ist längst keine reine Weinmesse mehr. Ich habe an den Ständen eine enorme Vielfalt an Bio-Bieren, Ciders, Spirituosen und vor allem No-Low-Getränken (alkoholfrei oder alkoholreduziert) entdeckt. Dieser Bereich wächst rasant, da er genau den Nerv der Zeit und die Erwartungen moderner Konsumenten trifft.

Die Favoriten der „Millésime BIO Challenge“ – Ein absoluter Magnet für mich und viele andere Besucher war das Challenge Bar. Hier konnte man sich unkompliziert durch alle preisgekrönten Weine des Wettbewerbs probieren.

Hier sind ein paar spannende Hintergründe zum diesjährigen Wettbewerb: Hochkarätige Jury: Der Vorsitz der Challenge 2026 lag in den Händen von Xavier Thuizat, dem besten Sommelier Frankreichs 2022 und Träger des Titels „Meilleur Ouvrier de France“.

Wegweiser für Besucher: Die Weinbibliothek und die Bar der preisgekrönten Weine dienten vielen Fachbesuchern als erster Anlaufpunkt, um ihren Messerundgang strukturiert zu planen.

Jubiläum im Blick: Die „Millésime BIO Challenge“ ist eine feste Institution und wird im nächsten Jahr, also 2027, ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Warum mich die Stimmung trotz „Gegenwind“ überzeugt hat. Es ist kein Geheimnis, dass die Branche unter Druck steht – Julien Franclet sprach offen über sinkende Verkaufszahlen im Supermarkt und politische Herausforderungen.

Doch in den Gesprächen mit den 1.400 Ausstellern spürte ich eher eine „Jetzt erst recht“-Attitüde.

Gerade die Tatsache, dass die Messe von den Winzern selbst organisiert wird (über den Verband SudVinBio mit seinen mehr als 1.100 Mitgliedern), verleiht dem Ganzen eine authentische, bodenständige Note.

Man merkt, dass hier Menschen am Werk sind, denen der Schutz von Wasserressourcen, Boden und Biodiversität wirklich am Herzen liegt.

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