Krise: Wein zu Putzmittel

Qualität steigt, Verkaufszahlen sinken

Internationale Kritiker loben die Qualität in den höchsten Tönen.
​Trotzdem greifen Verbraucher im Supermarkt meist zu Importen aus Frankreich, Italien oder Spanien. Rund drei Viertel des in Deutschland getrunkenen Weins stammen inzwischen aus dem Ausland.
​

Volle Keller und einbrechende Preise

​Die Folgen für die heimischen Winzer sind gravierend. Verändertes Konsumverhalten, die gestiegenen Lebenshaltungskosten und der demografische Wandel lassen den Weinverbrauch spürbar sinken.
​Der weltweite Überschuss drückt die Preise massiv. In Anbaugebieten wie Rheinhessen erhalten Winzer für Fasswein teilweise unter einen Euro pro Liter. Das deckt oft nicht einmal mehr die reinen Produktionskosten.
​

Aus dem Weinglas in die Putzmittelflasche

​Um der Schwemme herzuwerden, greifen die Erzeuger nun zu radikalen Mitteln. Rheinhessen hat bei der EU die sogenannte Krisendestillation beantragt.
​Dabei werden Millionen Liter unverkaufter Rot- und Roséweine zu Industriealkohol gebrannt. Aus beliebten Rebsorten wie dem Dornfelder entstehen so am Ende Nagellackentferner, Reiniger oder Brennspiritus.
​

Nach oben scrollen