Zwischen Pessimismus und Aufbruch:
VDP-Präsident Steffen Christmann betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die aktuelle Kombination aus Überproduktion, Kostendruck und Konsumzurückhaltung kein völlig neues Phänomen sei.
Er zog Parallelen zur Lage vor 100 Jahren und plädierte dafür, die Krise als notwendigen Strukturwandel zu begreifen. Während einige Betriebe angesichts existenzieller Sorgen resignieren, nutzen andere die Phase zur strategischen Neuausrichtung und Flächenbereinigung.
Die wirtschaftlichen Belastungsfaktoren: Die Branche steht unter einem enormen Renditedruck. Wesentliche Diskussionspunkte waren: Mindestlohn & Bürokratie: Spitzenwinzer und Verbände kritisieren die steigenden Lohnkosten für Saisonarbeitskräfte als „tödlich“ für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in arbeitsintensiven Steillagen.
Absatzeinbruch: Der VDP meldete einen Rückgang des Gesamtabsatzes auf 33,5 Millionen Flaschen.
Kosten-Preis-Schere: Die Diskrepanz zwischen hohen Produktionskosten und der mangelnden Bereitschaft des Marktes, höhere Preise zu tragen, gefährdet viele Traditionsbetriebe.
Strategische Zukunft: Herkunft vor Mostgewicht. Ein zentraler Hebel für die Zukunft bleibt die Herkunftsphilosophie. Ziel ist es, das veraltete Weingesetz von 1971, das sich primär am Zuckergehalt orientierte, endgültig hinter sich zu lassen. Stattdessen soll der Weinberg als Gütesiegel dienen. 
Nur durch eine klare Profilierung als unverwechselbares Kulturgut und eine stärkere Präsenz in der gesellschaftlichen Debatte (z.B. zum Thema Alkoholkonsum) könne der Weinbau in ländlichen Regionen langfristig gesichert werden.

