Jahrgang gut – Stimmung schlecht

Die Trauben schmecken vielversprechend.
​Doch die Stimmung in den Anbaugebieten bleibt gedrückt. Die Branche kämpft mit strukturellen Problemen. Vielerorts beginnt die Lese bereits. Doch in vielen Kellern lagert noch der Wein der Vorjahre.

Guter Geschmack, aber weniger Ertrag

​Die anhaltende Trockenheit sorgt für gemischte Gefühle. Verbandsvertreter zeigen sich für die Qualität optimistisch. Gleichzeitig warnen sie vor geringeren Mengen durch die fehlenden Niederschläge.
​Winzer aus dem Rheingau bestätigen das. Der Jahrgang sieht geschmacklich sehr gut aus. Jetzt fehlt nur noch der passende Regen für den letzten Reifeschub. Zu viel Niederschlag darf es allerdings auch nicht sein. Sonst platzen die Beeren kurz vor der Ernte.

Klima, Markt und Bürokratie belasten

​Das Wetter ist nur eine von vielen Hürden. Der deutsche Weinmarkt schrumpft spürbar. Dazu kommen neue regulatorische Vorgaben und Schädlinge.
​Branchenkenner sehen die Ursachen auch im gesellschaftlichen Wandel. Die generationenstarke Gruppe der Boomer trinkt weniger Wein. Generell sinkt der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland. Gleichzeitig greifen Verbraucher immer öfter zu Importweinen.

Forderungen der Branche an die Politik

​Um die Höfe zu entlasten, fordert der Weinbauverband klare Schritte. Die Branchenkenner dringen auf weniger Bürokratie und eine Anpassung beim Mindestlohn.
​Geplante Steuererhöhungen bei Schaumwein oder der Erbschaftsteuer sieht der Verband kritisch. Sie würden die Betriebe zusätzlich belasten. Auch die Agrarpolitik müsse weiterhin gemeinsam auf EU-Ebene geregelt werden.

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