​Rosé-Weine im Test: Die Sommer-Stars im Glas

Besonders im Sommer stehen sie für Leichtigkeit und unbeschwerten Genuss. Aber Rosé ist nicht gleich Rosé.
Neben erfrischenden Sommerweinen gibt es auch kräftige, alkoholreiche Varianten, die wunderbar in die kühlere Jahreszeit passen.

​Weltweit setzen immer mehr Weingüter auf den rosa Trend, von der klassischen Provence bis hin zu Deutschland und der Schweiz.

In einer verdeckten Verkostung wurden zwölf europäische Tropfen genauer unter die Lupe genommen. Das Ziel: trockene, frische und leichte Weine für heisse Tage zu finden.Drei Favoriten haben dabei besonders überzeugt – und ein überraschender Querschläger sorgte für Aufsehen.

​Platz 1: Der überraschende Testsieger aus Österreich

​Der erste Platz geht nicht in die Provence, sondern nach Österreich. Das Weingut Dorli Muhr sichert sich mit dem Rosé 2025 aus dem Anbaugebiet Carnuntum den Sieg. Der Wein wird aus der Rebsorte Blaufränkisch gekeltert. Er präsentiert sich im Glas in einem hellen Lachsrosa. In der Nase zeigt sich ein dezenter Duft von roten Beeren und feiner Würze.

Am Gaumen ist er trocken, elegant und angenehm leichtfüssig. Mit nur 12 Prozent Alkohol bietet er einen hervorragenden Trinkfluss für laue Sommerabende.
​Bewertung: 17,5 von 20 Punkten (Preis: ca. 20 Franken)

​Platz 2: Finesse und Charakter aus Italien

​Auf dem zweiten Platz folgt das Weingut Elena Walch aus Italien mit dem Rosé «20/26» 2025. Diese charaktervolle Cuvée vereint die Rebsorten Merlot, Pinot Noir und Lagrein. Der ungewöhnliche Name verrät die Herstellung:

Die Trauben werden bei einer Zuckergradation von 20 Baumé gelesen und bei 26 Grad vergoren. Das Ergebnis ist ein lebendiger Wein mit einem einladenden Bouquet aus roten Beeren und Zitrusnoten.

Dank einer gut eingebundenen Säure zeigt er viel Finesse und eine gute Länge. Der Alkoholgehalt liegt bei 12,5 Prozent.
​Bewertung: 17 von 20 Punkten (Preis: ca. 22.90 Franken)

​Platz 3: Süffiger Sommerbegleiter aus Deutschland

​Das Podest komplettiert ein Wein aus Deutschland. Die Winzerin Juliane Eller von Juwel Weine in Rheinhessen schickt den Rosé 2025 ins Rennen.

Die Basis für diesen zugänglichen Tropfen bildet der Spätburgunder (Pinot Noir).
In die Nase steigt ein mittelintensiver Duft von roten Beeren. Der Körper ist angenehm schlank und die präsente Säure wird durch eine dezente Restsüsse perfekt ausbalanciert. Der Wein ist nicht ganz trocken, schmeckt sehr süffig und hat moderate 12 Prozent Alkohol.
​Bewertung: 16,5 von 20 Punkten (Preis: ca. 17.50 Franken)

​Der ungezähmte Aussenseiter für den Weinkeller

​Ein Wein tanzte bei der Degustation komplett aus der Reihe. Der Rosé «Elefant im Porzellanladen» 2024 von der österreichischen Winzerin Pia Strehn zeigt eine ganz andere Facette.
Dieser Tropfen ist kräftig, komplex und anspruchsvoll.

Mit 13,5 Prozent Alkohol und einem spürbaren Ausbau im Barrique dominieren aktuell noch Röst- und Vanillenoten. Dies ist kein klassischer Sommerwein für die Terrasse, sondern ein exzellenter Speisebegleiter. Der Wein benötigt noch ein bis zwei Jahre Reifezeit im Keller, um sein volles Potenzial zu entfalten. (Preis: ca. 29 Franken)

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