Der historische Hintergrund
- Das Ereignis: Am 24. Mai 1976 organisierten der britische Weinhändler Steven Spurrier und die Amerikanerin Patricia Gallagher in Paris eine Blindverkostung im Grand Hotel Intercontinental. Anlass war die 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeit der USA.
- Das Duell: Hochkarätige kalifornische Weine traten gegen die absoluten Ikonen der französischen Weinszene (aus Bordeaux und dem Burgund) an. Bewertet wurden sie von einer hochkarätig besetzten, rein französischen Jury aus Gastro-Kritikern und Weinexperten.
Die Überraschung und die Ergebnisse
Entgegen allen Erwartungen belegten in beiden Kategorien (Rot- und Weisswein) kalifornische Erzeugnisse den ersten Platz. Das Ergebnis war eine herbe Schlappe für die französische Wein-Elite, da die Juroren die kalifornischen Weine blind oft für französische Spitzenprodukte hielten.
- Sieger bei den Weissweinen (Chardonnay):
- Château Montelena 1973 (Kalifornien)
- Meursault Premier Cru Les Charmes, Domaine Roulot 1973 (Burgund)
- Chalone Vineyard 1974 (Kalifornien)
- Sieger bei den Rotweinen (Cabernet Sauvignon):
- Stag’s Leap Wine Cellars 1973 (Kalifornien)
- Château Mouton-Rothschild 1970 (Bordeaux)
- Château Haut-Brion 1970 (Bordeaux)
Die Auswirkungen und das 50-jährige Jubiläum
- Das Ereignis rückte die Weinregionen im Napa Valley und ganz Kalifornien schlagartig in den Fokus weltweiter Weintrinker und stärkte das Selbstbewusstsein der dortigen Winzer massiv.
- Zum anstehenden 50. Jubiläum erscheinen neue Fachbücher, und es werden weltweit Gedenkverkostungen organisiert.
- Kulturell wird das Jubiläum im Juli mit einer besonderen Weltpremiere gefeiert: Dem historischen Tasting wird beim Napa Valley Festival eine eigene Oper namens „The Judgement of Paris“ gewidmet. (Zuvor wurde die Geschichte bereits 2008 im Spielfilm Bottle Shock verfilmt).