Es muss nicht immer Glas sein

Durch die Bag-in-Box-Verpackung spart der Kunde nicht nur vier Kilo Gewicht, sondern auch den lästigen Gang zum Altglascontainer.

Das Prinzip Bag-in-Box (BiB) ist vielen vom Apfelsaft aus dem Supermarkt bekannt. Doch was bei Fruchtsäften funktioniert, erweist sich auch bei Wein als überaus praktische Lösung.

Frische über Monate hinweg

​In einer Hamburger Weinhandlung gehört das Konzept längst fest zum Alltag. Über zwanzig verschiedene Sorten der sogenannten «Châteaux Carton» stehen dort im Ladengeschäft nahe der Elbe zur Verkostung bereit.
​Nach dem Anstechen garantiert das Weinlager eine Haltbarkeit von drei Monaten.

Das Geheimnis hinter dieser langen Frische liegt im System: Der innenliegende Kunststoffschlauch zieht sich mit jeder Entnahme weiter zusammen.

Dadurch gelangt kein Sauerstoff an das Getränk und eine Oxidation wird effektiv verhindert.
​Reifen kann der Wein in der Box allerdings nicht. Die Verpackung eignet sich daher ideal für junge Weine, die für den raschen Genuss bestimmt sind.

Die ideale Lösung für den Alltag

​Die Vorteile beschränken sich keineswegs auf Campingausflüge, Grillpartys an der Alster oder den Urlaub im Ferienhaus. Die Box ist optimal für Personen geeignet, die regelmäßig ein einzelnes Glas Wein zum Essen genießen möchten. Der Inhalt bleibt im angebrochenen Zustand monatelang geschmacklich stabil. In Weinbauländern wie Frankreich wird der Alltagswein für die lokale Kundschaft bereits seit langer Zeit in diesen Behältnissen angeboten.

Ein Konzept aus der Wirtschaftskrise

​Ihren Ursprung hat die breite Nutzung des Systems in der Finanzkrise des Jahres 2008. Viele Winzer kämpften damals mit massiven Absatzproblemen. Die Lagerfässer waren noch voll, während die nächste Ernte kurz bevorstand. Um Platz im Keller zu schaffen, füllten die Betriebe den Wein vorübergehend in flexible Schläuche um.
​Was als reine Notlösung begann, entwickelte sich zu einem dauerhaften Verkaufsschlager. Im Hamburger Weinlager macht der Wein aus dem Karton mittlerweile zwei Fünftel des gesamten Umsatzes aus. Das alte Vorurteil, dass Boxenweine von minderwertiger Qualität seien, lässt sich damit widerlegen. Am Ende entscheidet schließlich der Inhalt und nicht die äußere Hülle.

Handfeste Öko-Vorteile beim Transport

​Neben dem praktischen Nutzen punktet das System vor allem beim Umweltschutz. Umweltanalysen zeigen, dass bei einer herkömmlichen Weinflasche rund 47 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen allein auf die Herstellung des Glases entfallen.
​Kartonboxen sparen durch ihr geringes Eigengewicht Treibstoff beim Transport und lassen sich zudem wesentlich platzsparender stapeln. Das verbessert die CO2-Bilanz im Vergleich zur Glasflasche deutlich.

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