WEIN-LEBEN WIE GOTT IN WÜRZBURG

Würzburg_07Volkach, Sommerach und die Domina wollen entdeckt werden. Die Mainschleife mit ihren Örtchen und Weinen ist ein unterfränkisches Dornröschen, das wachgeküsst werden möchte. Würzburg ist bekannt. Man weiß den kulturellen Reichtum zu schätzen. Den Wein sowieso. Ob am Stein oder Stettener Stein. Und neben Sightseeing gibt es auch für den Genießer ganz in der Nähe „Sightsleeping“.

Würzburg_03Lässt Geschichte erlebbar werden: Residenz-Führer Johannes Sander.

Würzburg. Unterfranken ganz barock: weltlich wie klerikal. Da bietet sich zum Einstieg eine Führung in der Residenz an. Dr. Johannes Sander, kompetenter Plauderer mit ostwestfälischem Mutterwitz, lässt die bewegte Historie des Schlosses der Fürstbischöfe wieder aufleben. Man erfährt Anekdötchen über den Baumeister Balthasar Neumann. Auch wähnt man die Künstler Giovanni Battista Tiepolo und Antonio Giuseppe Bossi vor dem geistigen Auge wieder hautnah bei der Arbeit. Kein musealer Rundgang, sondern lebendige Geschichte inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes.
Würzburg_09Wanderungen zum Wein – vor Würzburgs Haustür.
Ganz auf die kulinarische Tradition setzt das Backöfele – mitten im Herzen von Würzburg. Ob fränkische Scheurebensuppe, „Gerupfter“ (angemachter Camembert) oder Bratwürste. Man mag es eben deftig. Müller-Thurgau als „Schöpple“ im Römerglas. Übrigens: Müller-Thurgau fristet längst nicht mehr ein Schattendasein als willfähriger Massenwein-Lieferant. Und er wird in Franken auch nicht als Rivaner maskiert. Die Winzer von Frank & Frei holen das Bestmögliche aus dem fränkischen Müller-Thurgau heraus. Nach dem Schmaus empfiehlt sich ein Spaziergang in den Weinbergen.
Würzburg_01Fröhlicher Weinberg: Ludwig und Sandra Knoll.
Mit Auszeichnungen überschüttet arbeitet sich Ludwig Knoll mit Ehefrau Sandra weiter in die biodynamischen Gefilde beim Weinbau. 2007 wurde der VDP-Betrieb Weingut am Stein umgestellt. Die Potenziale der Gewächse am Stettener Stein lassen aufhorchen. Spontangärung ist Standard. Sternekoch Bernhard Reiser schwingt das Zepter im gepachteten Restaurant „REISERS am Stein“. Weit sichtbares Aushängeschild des renommierten Weingutes ist die Architektur. Eichenholzbalken und grünes Glas am Kubus-Gebäude korrespondieren mit den natürlichen Materialien im Weinberg. Knoll begreift die Bauweise als Weiterführung der Qualitätsphilosophie: „Eigenständig und kompromisslos.“ (Foto: oben, Weingut Stein)
Würzburg_02Edler Tropfen aus guter Lage: Würzburger Stein.
Weiter geht die Reise in das nahe Frickenhausen. Einer der ältesten mittelalterlichen Weinorte in Mainfranken, dessen historisches Ensemble mit zahlreichen Fachwerk- und Barockgebäuden weitestgehend erhalten ist. Eines der Prachtexemplare ist Meintzinger. Ein Kleinod. Dort, wo früher die Würzburger Fürstbischöfe die Sommerfrische suchten, haben heute das Weingut und das Hotel Meintzinger ihren Sitz. Seit 1790 ist die Familie Meintzinger in dem geschichtsträchtigen Gutshof ansässig.
Würzburg_05Massives Gemäuer seit 1790: Meintzinger.
Mit Jochen und Michaela Meintzinger hat vor knapp zehn Jahren die achte Generation die Leitung übernommen. Seit dieser Zeit sind Hotel und Weingut eng miteinander verknüpft. Das Thema „Weinerlebnis“ hat dabei einen besonderen Stellenwert. Und nicht nur das: Vermarktet wird auch das Schlaferlebnis an außergewöhnlicher Stätten mit besonderem Ambiente: „Sightsleeping“ steht für bemerkenswerte Hotels in Bayern. Neben Unterkünften im Weingut finden sich Burghotels, Schloss-Herbergen, Designhotels und Schlafstätten im Kloster oder ein Hüttendorf mitten in den Bergen.
Würzburg_08 Fachwerk-und Barock-Idylle in Frickenhausen. Foto: Roland Bauer.
Übernachtungstipp: Weingut Meintzinger – Gästehaus Weingut am Stein: www.sightsleeping.by
Weitere Informationen zu Würzburg und dem fränkischen Weinland unter www.wuerzburg.de und www.fraenkisches-weinland.de sowie www.bayern.by
Fotos und Text: Klaus Feldkeller
Die Medien-Reise wurde veranstaltet von Bayern Tourismus und Fränkisches Weinland.

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