WEIN-EVENT IM ATLANTIC KEMPINSKI: KALIFORNIEN ZU GAST IN HAMBURG

Kalifornien zu Gast in Hamburg mit mehr als 200 Weingütern. Die große Bedeutung des deutschen Marktes für die Winzer der amerikanischen Westküste zeigt sich in der großen Beteiligung am „Dream Big“ Tasting im Hamburger Hotel Atlantic Kempinski:

Das California Wine Institute bot zudem zwei kostenfreien Seminar-Highlights mit Master Sommelier und Präsident der Guild of Sommeliers Geoff Kruth. Mit seinen Themen vermittelte er einen tiefen Einblick, was sich derzeit in Kaliforniens Weinszene bewegt. Im Seminar „The unknown California“ drehte sich alles um Rebsorten mit großem Potential, die man bisher noch nicht mit Kalifornien in Verbindung bringt. Das Seminar „Unearth Sonoma County“ ging tiefgründig auf Chardonnays aus unterschiedlichen American Viticultural Areas (AVAs) und Pinot Noirs des Russian River Valley ein.
Master-Sommelier Geoff Kruth im Hotel Atlantic Kempinski.
Neben den leistungsstarken „Big Playern“ präsentierten sich zahlreiche Boutique Wineries und spannende Marktneulinge, die auf der Suche nach Repräsentanzen in Deutschland sind.  Nach wie vor belegen die USA im deutschen Weinimportranking Platz 4, mehr als 90 Prozent davon entfallen auf kalifornischen Wein. Die Nachfrage ist weiter steigend. In der Gunst deutscher Weinexperten und Verbraucher erlebt Kalifornien derzeit ein deutliches Comeback. Veränderte Herangehensweisen im Weinbaubringen ganz neue Weinstile auf den Plan, die überraschen und weltweit Anerkennung finden. Auch das Thema Nachhaltigkeit, das für immer mehr deutsche Weintrinker eine tragende Rolle spielt, gehört für das Gros der kalifornischen Weinerzeuger zum Selbstverständnis. Beweis dafür ist auch das neue Label „Certified Sustainable“, das 2017 flächendeckend eingeführt wurde.
Das kalifornische Anbaugebiet „Russian River Valley“ ist stark im Kommen.
Kaliforniens Central Coast, noch vor wenigen Jahren belächeltes und ungeliebtes Massenanbaugebiet, hat sich zu einem der meistbeachteten neuen Weinbaugebiete Kaliforniens gemausert. Hier ist das Klima vielfältiger, kühler, differenzierter, aber auch unberechenbarer, als im warmen Norden, wo Napa und Sonoma für den Weltruf kalifornischer Weine sorgten. Vor allem Chardonnay, Syrah und Pinot Noir gedeihen in der Central Coast besonders gut. Dabei reicht das Gebiet von Hollister im Norden, wo Calera seit fast 20 Jahren als einer der Terroir-Pioniere Weltklasseweine präsentiert, über Monterey, Paso Robles, Arroyo Grande und Edna Valley bis nach Santa Maria und Santa Barbara. Hier ist das Land noch bezahlbar, die Bodenformationen besonders vielfältig und das Klima sehr unterschiedlich, vor allem aber um einiges kühler als im Norden. Dieses Temperaturgefälle gibt den Central Coast-Weinen besondere Frische, sorgt für weniger Alkohol und feinere Texturen der Weine.
Auch Hollywood-Legende Francis Ford Coppolas Weine waren in Hamburg vertreten.
Jim Clendenen, der charismatische Eigner des weltbekannten Weingutes Au Bon Climat im staubigen Santa Maria Valley im Hinterland von Santa Barbara im kühlen Süden Kaliforniens, hat erreicht, was nur wenigen Winzern gelingt: Seine Weine besitzen unverwechselbare Stilistik, sind unverkennbar, wagen Charakter, haben Ausstrahlung und faszinierende Identität. Sie gehören zu den großen Persönlichkeiten der Weinwelt. Ohne Jim Clendenens visionäre Kompetenz wären Kaliforniens Pinot Noir und Chardonnay nicht da, wo sie heute stehen. Ihre persönliche Handschrift und ihre souveräne Stilistik veranlaßten immerhin zahlreiche Winzer, sich auch mit Pinot Noir und Chardonnay zu beschäftigen, weshalb die Region um Santa Barbara heute als die boomendste Kaliforniens gilt. Seit dem Jahr 2001 besitzt Jim Clendenen im Santa Maria Valley knapp 25 Hektar eigene Weinberge, die er unter dem Namen ‚Le Bon Climat’ auf den Markt bringt. Dort setzt er nachhaltig auf biodynamische Bewirtschaftung, seit 2005 ist er als Biobetrieb zertifiziert.
Zinfandel und Cabernet Sauvignon gehören immer noch zu den Aushängeschildern im kalifornischen Weinbau.
Begünstigt wird der kalifornische Weinbau vor allem durch die idealen Bedingungen des Landes. Besonders im Napa Valley treffen alle günstigen Aspekte aufeinander, die die Weinreben brauchen. In diesem Tal wachsen die Pflanzen, aus denen später der kalifornische Wein entsteht, unter dem Einfluss von strahlendem Sonnenschein, kühlendem Wind durch die Nähe zur pazifischen Küste und viel Nebel. Regnen tut es in dieser Gegend wenig, stattdessen scheint die Sonne fast jeden Tag und auch Kälte ist für die Trauben in dieser Umgebung keine Bedrohung. Angebaut wird kalifornischer Wein in fünf grob zu unterteilenden Gebieten. Zu den Weinbauregionen gehören drei Gebiete in der Nähe der Pazifikküste: North Coast, Central Coast und South Coast. Im Inneren des Landes finden sich die Regionen Central Valley und Sierra Foothills. Der überwiegende Teil kalifornischer Weine wird im North-Coast-Gebiet angebaut, zu dem auch das Nappa Valley gehört. Weine aus dem Nappa Weine gelten mittlerweile als erstklassige Tropfen von hoher Qualität.
Doch auch in Carneros, das ebenfalls zur North Coast gehört, werden gute Weine hergestellt, die so manchen Liebhaber begeistern. Spezialisiert ist man in dieser etwas kühleren Gegend auf Weißweine und Schaumweine. Rebensaft von der Central Coast wird als eher durchschnittlich bewertet. Es gibt allerdings auch hier Jahrgänge, die mit einem besonderen Geschmack überzeugen und damit Freunde hoher Qualität überzeugen. In Central Valley wiederum, weiter weg von der Küste, entstehen vor allem Alltagsweine. Die Qualität der Tropfen aus dieser Region hat in den letzten Jahren aber zugenommen. Das liegt auch daran, dass die dort tätigen Winzer damit begannen, in Europa verbreitete Qualitätsrebsorten wie Merlot, Riesling und Cabernet Sauvignon anzubauen. Der Weinbau in Kalifornien ist nach europäischen Maßstäben sehr jung, hat aber aus amerikanischer Sicht schon eine lange Geschichte hinter sich.
HISTORIE: Die Erfolgsgeschichte kalifornischer Weine begann in den 1970er Jahren, die ersten Weinberge wurden in dem amerikanischen Sonnenstaat aber schon Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Fachliches Winzerwissen brachten europäische Siedler mit, die sich vom Goldrausch in der Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA locken ließen, und aus Deutschland, Italien und Frankreich stammten. Im 20. Jahrhundert boomte kalifornischer Wein dann regelrecht und man begann, auch in anderen Staaten vermehrt Wein anzubauen. Erfolgreicher Spitzenreiter blieb aber weiterhin Kalifornien. Besonders beliebt bei Weingenießern sind rote Sorten, die sehr intensiv, fruchtig und kräftig schmecken.
Fotos: Klaus Feldkeller

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