PUNI: DER WHISKY AUS DEN ALPEN

Zum Whisky-Brennen braucht man drei Rohstoffe: Wasser, Hefe und Getreide. Alle drei sind in Südtirol in guter Qualität vorhanden. Die Brennerei Puni im Obervinschgau nutzt seit 2010 diesen Standortvorteil und ist gleichzeitig die erste und einzige Whisky-Destillerie auf italienischem Boden:

Das Unternehmens-Gebäude, dessen ziegelrote Schachbrettmauern sich in unmittelbarer Nähe der mittelalterlichen Stadtmauern von Glurns erheben, ist außerdem ein Beipiel für gelungene Architektur. Der 13 Meter hohe Kubus der Brennerei wurde vom Südtiroler Architekten Werner Tscholl realisiert. Und die Zahl 3 spielt bei Puni eine besondere Rolle: 3 Rohstoffe, 3 Jahre Reifung im Fass ist bei Whisky gesetzlich vorgeschrieben und 3 Söhne sind bei der Gründerfamilie Puni tätig. Und es gibt noch mehr 3-Bezüge bei Puni.
Aussergewöhnliches Design für einen aussergewöhnlichen Whisky.
Die Brennerei trägt den Namen des Flusses Puni. Dieser entspringt in den Ötztaler Alpen auf 3.391 Metern und fliesst durch das Planeil-Tal in den Vinschgau ein, wird jedoch nicht für den Whiskey verwendet. Die Betreiber legen großen Wert auf einheimisches Getreide. Zudem lagern sie einen Teil der Fässer in alten, ausgedienten Militärbunkern im Vinschgau. Im Herbst 2012 wurde die Brennerei für Interessierte geöffnet und bietet seitdem einen informativen Rundgang an. Der Besucher kann die Destillerie mit einer Führung erkunden und alles über die Geschichte und Herstellung einiges des ersten italienischen Whiskys erfahren.
Stilechte Lagerung in italienischen Fässern.
Ein Whisky braucht seine Zeit. Und die Familie Ebersberger wollte, dass Puni mehr als bloß die erste Whisky-Destillerie Italiens ist. Hier sollte vielmehr ein kohärentes Gesamtkunstwerk geschaffen werden, das Qualität und Weitblick, Genuss und Ästhetik, Tradition und Innovation verbindet. Gelagert wird der Whisky in unterirdischen Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Es gibt 3 Qualitäten, bei denen die Lagerung in Bourbon-Fässern aus den USA, Marsala-Fässern aus Sizilien und Weinfässern aus Südtirol vom Winzer Hofstätter in Tramin erfolgt. Die Marken-Linie besteht aus Novo, Alba und Nero.
Aromen-Vielfalt des Puni-Whiskys beim Tasting.
Whiskyfans aus aller Welt können in der Südtiroler Bergwelt Puni Single Malts verkosten, die nicht eine Kopie des schottischen Originals sein wollen, sondern das Terroir Südtirols und Italiens mit einbeziehen. Der Puni-Standort ist strategisch erdacht, er liegt in den Tallagen der einstigen Kornkammer von Tirol. So ist es nur konsequent, dass die Whisky-Pioniere reinstes Vinschgauer Gletscherwasser und vor allem Vinschgauer Korn zur Herstellung der hochprozentigen Tropfen verwenden. Hier reift der noch junge Single Malt langsam zu einem Whisky, der seine vollen Aromen entfaltet. Der Produktionsvorgang besteht aus Mälzen, Maischen, Gären, Destillieren und schließlich Reifung bis zum fertigen Whisky.
Modernstes Technologie bei der Puni-Produktion in Südtirol.
Der eigentliche Brennvorgang findet im Keller des Kubus statt. Dort stehen zwei kupferne Brennblasen sowie eine 100 Jahre alte Malzmühle. Das vergorene Gersten-, Weizen- und Roggenmalz wird zuerst in der größeren der beiden Brennblasen destilliert und hat nach etwa 7 Stunden seinen Alkoholgehalt von 7 auf 20 Prozent erhöht. Das aus der ersten Destillierung gewonnene „Rauhwasser“ wird anschließend in der kleineren kupfernen Brennblase ein zweites Mal destilliert. Bei diesem Vorgang, der gut 12 Stunden dauert, wird der Alkohol auf 70 Prozent gesteigert. Mit Wasser verdünnt wird er schließlich zur Lagerung in den Fässern abgefüllt.
Weniger Alkohol als im Whisky, dafür ein Likör mit besonderem Geschmack.
Text-Fotos: KLAUS FELDKELLER
DER AUTOR WURDE ZUR BESICHTIGUNG EINGELADEN: DIES HAT KEINEN EINFLUSS AUF ART UND UMFANG DES BEITRAGS.
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